EU bündelt Forschungs- und Innovationsförderung

 

Forschungs- und InnovationsförderungAb 2014 plant die Europäische Union, die Forschungsförderung in großem Maße zu erweitern. Dazu wird von einer Verdreifachung der Antragstellung ausgegangen. Es wird ein neues Forschungsrahmenprogramm geben, welches von 2014 bis 2020 laufen soll und den Namen „Horizon 2020“ tragen wird. Der vorgeschlagene Investitionsumfang beträgt rund 80 Milliarden Euro. Noch muss das EU-Parlament dem aber zustimmen.

Mit Durchsetzung dieses Vorschlags würde sich die aktuelle Förderung um rund 25 Milliarden Euro erhöhen. Die EU-Kommission will zukünftig darauf verzichten, viele einzelne Programme zu fördern und stattdessen eher auf strategische Schwerpunkte setzen. Es geht um die Exzellenzförderung, um die Führung in der industriellen Technologie sowie Herausforderungen der Gesellschaft. Um das zu erreichen, muss die Forschungs- und Innovationsförderung gebündelt werden.
Letzten Endes soll damit auch die Wirtschaft einen deutlichen Anreiz dafür erfahren, dass nur mit einer starken technologischen und wissenschaftlichen Basis die Wettbewerbsfähigkeit Europas gesichert werden kann.

Die kleinen und mittelständischen Unternehmen werden hier ebenfalls bedacht, sie sollen mit rund 40 Prozent an den Fördergeldern zur industriellen Technologieführerschaft beteiligt werden. Durch die europäische Unterstützung sowie den leichteren Zugang zu den Fördergeldern soll erreicht werden, dass die KMU wettbewerbsfähiger werden. Derzeit wird geplant, nicht nur das Antragsverfahren zu vereinfachen, sondern auch das Bewilligungsverfahren zu kürzen. So soll dieses sich in Zukunft auf 100 Tage beschränken – das wäre eine Halbierung der jetzigen Bearbeitungsdauer. Die Vereinfachung wird zum Beispiel dadurch möglich, dass ein einheitlicher pauschaler Satz für die indirekten Kosten eingeführt wird und dass eine Beschränkung auf zwei Fördersätze durchgesetzt wird. Teilnehmer sollen eine einzige Anlaufstelle bekommen und nicht mehr durch unnötige Kontrollen hingehalten werden.

Weitere Schwerpunkte der neuen, gebündelten Förderprogramme beziehen sich auf die ökologische Landwirtschaft sowie auf die effiziente und saubere Energieversorgung. Nachhaltigkeit und Effizienz werden damit großgeschrieben. In dem Zusammenhang sollen auch umweltfreundlichere Verkehrssysteme gefördert werden, die Rohstoffsicherung und die Ressourceneffizenz sowie natürlich der Klimaschutz.