Lissabon Strategie

 

Die Lissabon-Strategie wurde als Programm bereits im Jahr 2000 auf dem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs festgelegt. Es geht dabei darum, die Europäische Union binnen zehn Jahren zum dynamischsten und wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Als Nachfolgeprojekt wurde die Strategie Europa 2020 festgelegt. Die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen ist das Ziel vieler Programme. Die Lissabon-Strategie beschäftigt sich nun aber explizit mit diesem Ziel und setzt dafür verschiedene politische Maßnahmen als Konzept ein. Es geht also darum, die Innovationsgeschwindigkeit sowie die Produktivität der EU zu erhöhen und die Ergebnisse an Ländern wie den USA oder Japan zu messen. Es wurden drei Bereiche festgelegt, in denen es um wirtschaftliche, ökologische und soziale Erneuerung geht sowie um die Nachhaltigkeit. Diese drei Bereiche sind die Innovation, die Wissensgesellschaft und die soziale Kohäsion. Die Innovation wird hier als der Motor für das Wachstum der gesamten Wirtschaft gesehen.

Ebenfalls im Jahr 2000 wurde die Europäische Sozialagenda verabschiedet, mit der die Ziele im Bereich der Sozialpolitik erreicht werden sollten. Die Lissabon-Strategie wurde nach einem Zwischenbericht im Jahr 2004 überarbeitet, als die Ahnung aufkam, dass die EU ihr Ziel verfehlen würde. Jedes Mitgliedsland sollte dafür eigene Reformprogramme vorstellen und umsetzen. Angewendet wurde für die Lissabon-Strategie die Offene Methode der Koordinierung. Dabei handelt es sich um ein Instrument der Europäischen Kommission, das jedoch nicht ohne Kritik blieb. So galt es als wenig transparent und demokratisch. Mit Hilfe der Lissabon-Strategie sollte die Wissensgesellschaft ein gutes Stück vorangetrieben werden. Europa sollte auf das Niveau beispielsweise der USA gebracht werden, damit die Wettbewerbsfähigkeit auf Dauer erhalten bleibt. Innovationen wurden als das Maß der Dinge gesehen – und sind es auch heute noch, in der Strategie Europa 2020. Hier kommt es jedoch in erster Linie auf Forschung und Entwicklung sowie die Integration der Gesellschaft an, was in der Lissabon-Strategie noch nicht erklärtes Hauptziel war.